Was ist ein Gyrocopter?
Ein Gyrocopter, auch Tragschrauber oder Autogyro genannt, ist ein Luftfahrzeug, das Elemente eines Hubschraubers und eines Starrflüglers miteinander verbindet. Der Rotor auf dem Dach dreht sich frei im Fahrtwind (Autorotation) und erzeugt den Auftrieb. Daher müssen minus-G-Flugmanöver (entgegen der Schwerkraft, also alle Kunstflugmanöver) strikt vermieden werden. Der Vorwärtsschub wird durch einen konventionellen Propeller am Heck erzeugt.
Funktionsprinzip
Im Gegensatz zum Hubschrauber wird der Rotor eines Gyrocopters nur beim Start bei noch vorhandenem Bodenkontakt mit dem Motor angetrieben. Anschliessend dreht er sich ausschliesslich durch den Fahrtwind. Dieses Prinzip der Autorotation macht den Gyrocopter aerodynamisch sehr gutmütig und sicher: Bei einem Motorausfall lenkt der Pilot das Gerät kontrolliert nach unten, ähnlich einem Fallschirm, und ermöglicht eine Notlandung auf kürzester Strecke. Flugmanöver entgegen der Schwerkraft bremsen die Autorotation des Rotors rasch ab, so dass er keinen Auftrieb mehr erzeugt und das Fluggerät abstürzt. Alle Kunstflugmanöver mit einem Gyrocopter sind daher strikt verboten.
Eigenschaften des Gyrocopters
- Sehr kurze Start- und Landestrecken (z. T. unter 50 m)
- Keine Strömungsabrisse (Stalls) möglich
- Offene oder verglaste Kabine: direktes Naturerlebnis
- Niedrige horizontale Fluggeschwindigkeit: typisch 90–160 km/h
- Ausgezeichnete Bodensicht durch die offene Bauweise
- Ungeeignet für Kunstflugfiguren
Gyrocopter vs. Hubschrauber
| Eigenschaft | Gyrocopter | Hubschrauber |
|---|---|---|
| Rotorantrieb | Autorotation (passiv) | Motor (aktiv) |
| Schwebeflug | Ohne zu sinken nicht möglich | Möglich |
| Sturzfluggefahr | Nur bei minus-G-Kunstflugmanövern | Ja (Strömungsabriss) |
| Komplexität | Niedrig | Hoch |
| Betriebskosten | Geringer | Hoch |
Der Gyrocopter gilt als eines der sichersten Luftfahrzeuge überhaupt. Das ist ein Grund, weshalb er bei Piloten mit Freude am entspannten, naturnahen Fliegen so beliebt ist.